Auch der ländliche Raum entwickelt sich zeitgemäß. Am Pogusch beweisen dies Birgit und Heinz Reitbauer auf 1050 m Höhenlage: Nachdem PPAG architects 2015 bereits das Restaurant Steirereck im Wiener Stadtpark umgebaut und erweitert hatten, gewannen wir 2018 auch den Wettbewerb für die Neuformierung des Steirereck am Pogusch. Im Frühjahr 2022 wurde der umfangreiche Bau abgeschlossen. Der Komplex umfasst nun eine Landwirtschaft, ein Biomassekraftwerk, sowie Hotellerie und Gastronomie auf höchstem Niveau. PPAG zeichnen hierbei für vollkommen erneuerte Strukturen in Gasthaus und Küche, einem neuen Salettl und zwei ungewöhnlichen Glashäusern (mit Raritätengarten als Küchenhinterland, Übernachtungsmöglichkeit in Kabanen und mehrgeschossiger Wellnesslandschaft) verantwortlich. Die Realisierung erlaubte – in Zusammenarbeit mit den besten Handwerksbetrieben – eine heute ungewöhnliche Detailtiefe.

Leistbares Wohnen in bester Lage in Berlin: 78 Wohneinheiten und 2 Gewerbeeinheiten, KfW-Standard 55
Ein Neubau für die degewo in einer Baulücke beim Gleisdreieck. Die Dringlichkeit des leistbaren innerstädtischen Wohnbaus legt nahe, an diesem Standort möglichst viele Wohnungen zu errichten. An der Ecke zur engen Gasse wird ein Vorplatz ausgebildet, wodurch das unbelichtete Inneneck vermieden wird. Keine Wohnung ist ausschließlich nord-orientiert. Das Projekt zeigt am Wohnungsmarkt übliche Grundrisse. Eine radikalere ursprüngliche Variante, die diese Usancen zugunsten urbanerer Lebensweisen in Frage stellt, war nicht durchsetzbar.

Auf 2.600 m über dem Meer, auf einem Grundstück mit 56 m Höhendifferenz, entsteht in Cuenca, Ecuador, eine Schule des 21. Jahrhunderts. Konzipiert ist sie als Hochhaus am Hang: Jede Bildungsstufe – von der Kinderkrippe bis zur Sekundarstufe – bekommt ihr eigenes Haus mit bestem Blick ins Tal nach Cuenca und direktem Zugang zum Freiraum.
Die Schulstraße verbindet alle Gebäude – barrierefrei – in Serpentinen. In der Falllinie des Hanges gibt es zudem Shortcuts für eine direkte Verbindung und Kommunikation.
Gebäude und Freiraum gehen fließend ineinander über. Nur die expliziten Bildungsräume sind geschlossen. Clustermitten sind mit großzügigen Raumhöhen überdacht, seitlich aber zum Freiraum offen. Es entsteht eine spannende Abfolge von Räumen, Terrassen, Blicken und vielfältigen Freiräumen, die in ihrer Gesamtheit einen demokratischen Raum bilden sowie Interaktion fördern und fordern. Auch das Grundstück ist pädagogische Ressource: Wasser, Energie, Erde werden hier genutzt. Es ist Lehrmittel und Werkzeug, wie die Gebäude selbst.

Das Wiener Sonnwendviertel ist am Gelände des ehemaligen Frachtenbahnhofs, südlich vom neuen Hauptbahnhof, auf einer Fläche von 34 Hektar um den neu angelegten Helmut-Zilk-Park entstanden. Das in einer zweiten Phase geplante Sonnwendviertel Ost liegt zwischen dem Gleiskörper der Bahn und der Ostflanke des Parks und zeichnet sich durch relativ kleinteilig parzellierte Grundstücke aus. Ein bei der Entwicklung des neuen Quartiers vorgeschaltetes Expert*innenverfahren stellte im Vorfeld grundlegende Weichen für dessen positive Entwicklung: Auf dem das Projekt betreffenden Bauplatz war dies einfach nur eine Widmung, gekoppelt mit einer Quadratmeterobergrenze. Daraus leiteten sich für PPAG ganz direkt und zwingend Qualitäten wie große Raumhöhen ab. Im Wettbewerb konnten sie so das Programm eines Wiener Zinshauses des 21. Jahrhunderts formulieren: eine Raumstruktur aus Stahl und Holz, auf allen Ebenen nutzungsoffen, veränderbar, anpassbar und somit zukunftstauglich.
Trotz der programmatischen Offenheit zeigt das Haus Charakter und mindestens zwei Persönlichkeiten: glatt und „mondän“ zur verkehrsberuhigten Straße, der Bloch-Bauer-Promenade, rau und „montan“ zum Park hin. Hier bestimmen die sogenannten Außenzimmer die Fassaden: Privatfreiräume, welche die dahinterliegenden kleinen Wohnungsgrundrisse vervollständigen. Fahrradgarage und -werkstatt, eine gemeinsame Dachterrasse mit Gartenküche, ein einladendes Stiegenhaus mit viel Tageslicht und ein Logistikpoint im Foyer des Erdgeschosses dienen als „Bassena 2.0“, Orte an denen sich Benützer*innen treffen und austauschen können.

In der Berliner Allee der Kosmonauten entsteht ein idealtypisch konzipierter Bildungsbau, der sich als unterstützender Lern- und Lebensraum für eine heterogene heranwachsende Generation versteht.
ISS, Gymnasium und zwei Sporthallen sind in einem Gebäude zusammengefasst.
Fünf baugleiche, fünfgeschossige Compartmentarme sind sternförmig um die großen und doppelt hohen Sporthallen angeordnet, die damit auch im schulischen Alltag, also ganztags, erweiterte Aufgaben übernehmen. Das gesamte Erdgeschoss steht auch außerschulischen Nutzungen offen: die Piazza unter den Sporthallen, die Mehrzwecksäle der Schulen, Musikräume, Mensen und Werkstätten.
Die Großmaßstäblichkeit des Campus und die Kleinmaßstäblichkeit der einzelnen Compartments, die als überschaubare „Dörfer“ angelegt sind, bilden eine funktionale Einheit. Alles ist pädagogischer Raum – auch die Fassade, deren einzelne Fassadenmodule in Kombination mit Regal- und Möbelelementen im Inneren aneignungsoffener Teil der Ausstattung sind.
Als Holzbau konzipiert, ist das Projekt in der Planungsentwicklung zum konventionellen Massivbau mutiert.

PPAG-Ausstellung einer “School About Schools” im Maßstab 1: 1.
An 19 Stationen werden zentrale Themen für den Bau moderner Bildungseinrichtungen angesprochen, die auf in den letzten Jahren von PPAG entworfenen Projekten basieren.

In Verlängerung der ehemaligen Wirtschaftsuniversität, in erhöhter Lage gegenüber dem neunten Wiener Gemeindebezirk, soll an der Seite des Franz-Josefs-Bahnhofs und über diesem ein dichtes, neues Quartier mit 60.000 m2 BGF entstehen. Im direkten baulichen Anschluss an das Kopfgebäude von Karl Schwanzer (!).
Um den Lichteinfall auf die Nachbarschaft nicht zu beeinträchtigen, werden erlaubte Hochpunkte in der Tiefe des Grundstücks positioniert. Davon ausgehend nimmt die Höhe nach außen zu den umgebenden Straßenräumen sukzessive ab. „Sieht ja gar nicht so hoch aus!“ – eine Hochhausfamilie wächst zusammen.
Der Komplex bildet konstruktiv eine Brücke über die Bahntrasse aus. Auf neun Metern Höhe entsteht als begehbarer Sockel ein teilweise überdeckter Freiraum von großer Qualität, der Hochpark zwischen Hochhäusern. Private Freiräume sind zusätzlich als Einschnitte oder Rücksprünge der Raumstruktur für jede Wohneinheit vorgesehen. Die fünf vertikalen Erschließungskerne können unterschiedlichen Nutzungen exklusiv zugeordnet werden, was gegenüber konventionellen Hochhäusern eine enorme Flexibilität bietet.

Österreichisch-internationale Schulbau-Expertise und skandinavische Holzbau-Expertise gingen hier eine erfolgreiche Fusion ein. Freies Lernen und projektorientierter Unterricht stehen dabei im Vordergrund.