Deutsche Schule Stiehle Cuenca

Deutsche Schule Stiehle Cuenca

Deutsche Schule Stiehle Cuenca

Deutsche Schule Stiehle Cuenca

Jahr2019
ProjektartGeladener Wettbewerb, 1. Preis
OrtCuenca Ecuador
ProjektteamAnna Popelka, Georg Poduschka, Jakub Dvorak, Valerie Assmus, Maximilian Bertl
BeschreibungIn der UNESCO-Weltkulturhauptstadt Cuenca in den südlichen ecuadorianischen Anden bauen PPAG die Deutsche Schule Stiehle.
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Eine Welt der Kinder –

Parents don´t come inside, queridos!

Wie sieht die Schule im 21. Jahrhundert, am Übergang zur Wissensgesellschaft aus? In einer ruralen Gegend in Ecuador. In 2600m Höhe. Auf einem Hang mit 56m Steigung. Klimagerecht … Die Schule des 21. Jahrhunderts ist offen und eindeutig zugleich. Wir wissen heute nicht, wie wir morgen lernen werden, alles Denkbare soll möglich sein. Wir möchten regional vernünftig bauen, aber mit internationalem Anspruch. High Tech und Low Tech, neu und alt zugleich.

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Wir nehmen die Topografie an und arbeiten mit ihr.

Der Freiraum wird möglichst in seiner Sensation belassen, die Hanglage des Grundstücks wird als Chance begriffen, für eine spannende Abfolge von Räumen, Terrassen und Blicken. Die im Konzept der Auslobung festgelegten Funktionen fließen in den Hang und verorten sich gemäß ihren Beziehungen zueinander. Jeder Raum hat den besten Blick ins Tal, nach Cuenca und genießt gleichzeitig direkten Zugang zum Freiraum.

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Das gesamte System ist unhierarchisch, ein demokratischer Raum, der für gleiche Chancen jedes Kindes steht.

Der relationale Raum bezieht sich auf das Leben in den Räumen, auf die Nutzung, auf die Effekte, die aus Nutzungsüberschneidungen entstehen: Die Shortcuts werden auch von Kindern und PädagogInnen benutzt, die nicht in dem Cluster zuhause sind. Was entsteht, ist real life Kommunikation! Die Stärke der Erscheinung kommt aus der Ausstrahlung dieser Gemeinsamkeit.

Das Grundstück ist Ressource: Wasser, Energie, Erde werden genutzt. Es ist Lehrmittel und Werkzeug, wie die Gebäude.

Es gibt möglichst wenig Geländebewegungen, Aushub wird auf dem Grundstück wieder eingebracht. Nur die Klassen, Fachräume, Büros, erhalten thermische Hüllen, alles andere, auch die Lernlandschaften sind überdeckter, geschützter Außenraum. Die niedrigen ausladenden Dächer über den Klassen und die höheren der verbindenden Bereiche halten Regen und Sonne ab, lassen Licht in die Tiefe der Räume und ermöglichen Luftzirkulation. Unerwünschte Sonne wird durch leichte Massnahmen, etwa Vorhänge, abgehalten. Regenwassernutzung über die kommunizierenden Dächer.

Das Potential des Klimas soll maximal genutzt und eine echte ganzjährige Freiluftschule konzipiert werden. Es werden nur die ruhebedürftigen Bereiche, also die Stammgruppenräume in abgeschlossenen Räumen (Türen/Fenster…) untergebracht. Die Flächen der „Lernlandschaften“ sind überdachte Terrassen im Freien. Dadurch wird auch ein bisschen Bauvolumen gespart. Die Cluster erstrecken sich oft über mehrere Niveaus. Einerseits die einem Cluster zugehörigen Klassen, andererseits ist auch die Lernlandschaft oft auf mehrere kommunizierende Niveaus verteilt.

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Alle Räume haben direkten Freiraumzugang und Aussicht!

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Hanghaus statt Hochhaus – Hochhaus am Hang!

Von oben bis ganz unten führt in Serpentinen die Schulstraße.

Sie gliedert das Grundstück, weist jeder Nutzung ihren Platz zu. Sie erschließt das Grundstück barrierefrei/ rollstuhltauglich mit max. 10%. Sie wird in der schulfreien Zeit auch als Trasse des Facility Management (Reinigung, Müll, Materialverteilung) genutzt.

Der Charakter dieser Schulstraße wird geprägt von den ihr angelagerten Nutzungen: Beim Kindergarten ist in der Serpentine eine Matsch- und Sandspielzone, am Musikraum vorbeigehend hört man ein bekanntes Lied – was war das nochmal ? , der Weg verbreitert sich zu einem Tischtennisplatz …

… und es gibt Stichwege, die – mit größerer Steigung – die Kehren des Weges miteinander auf kurzem Weg verbinden. So zum Beispiel entlang der Nordgrenze des Grundstücks, wo ein solcher Stichweg einige Pädagog*innenbereiche verbindet.

… und es gibt Schleichwege zum Beispiel zwischen zwei Doppelclustern hindurch. Ein störungsfreier Weg durch privatere Sphären.

Die Schulstraße ist keine Barriere, ganz im Gegenteil verbindet sie auch über die Straße hinweg die Nutzungen. Sie ist eine Art soziales Band, das an den einzelnen Abschnitten von den unterschiedlichen angrenzenden Nutzergruppen geprägt wird und dem Kontakt zwischen diesen gewidmet ist.

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Fragmente von Elementen, Ebenen, Stützmauern, Regen zum Weiterdenken und Weiterbauen – die Kinder können den Raum fertig denken: “das wird mein Unterseeboot!”

Die einzelnen Funktionen ordnen sich logisch entlang der Schulstraße den Hang hinunter an.

Die den Hang hinuntermäandernde Schulstraße wird durch zahlreiche Kurzschlüsse zu einem engeren Wegenetz verbunden. Ganz oben, an der Via Paccha, der repräsentative Eingang mit Sala Dedicada und Stiehle Museum. Gleich dahinter der Kreativbereich. Der öffentliche Teil der Verwaltung ist leicht auffindbar ebenfalls hier. Die Puerta 2 ermöglicht den Eltern der Kleinsten (Kiga, Krippe) daran vorbei völlig eben zum gesamten Kindergartenbereich zu kommen. Für diesen Zweck gibt es auch einige Parkplätze. Auch die Großen können das Gelände von hier betreten. Lehrer-/Besucher-/Sportlerparkplätze befinden sich entlang der Nordgrenze des Grundstücks. Die Straße über das Nachbargrundstück vorbei an der Puerta1 erschließt das Gelände etwas tiefer: hier kommt man eben zum Zugangsbereich zwischen Kindergarten und Primaria und zur (nun zentraleren;-) Plaza Central. Hier liefern die Busetas die Kleinen ab, bringen und holen Eltern ihre Kinder. Am Nachmittag können hier auch die Großen mit den Busetas abgeholt werden. Es gibt Platz um die Zeit des Wartens angenehm zu verbringen. Mit den hier befindlichen Parkplätzen können hier auch größere außerschulische Bedarfe abgedeckt werden. Generell: strategische Lage des Sports gut von der Straße erreichbar und mit Parkplätzen versorgt. Viele kleine dezentrale Schulsportflächen über das ganze Gelände gestreut. Die Parkplätze sind trotz ihrer Menge von der Paccha aus nicht präsent. Die Schule ist sichtbar! Der Kindergarten hat einen langgezogenen ebenen Freiraum zwischen den beiden Doppelclustern. Weiter hangabwärts die Primaria, dazwischen die Membran als Scharnier. Dann die SekI und schließlich lärmgeschützt am Ende die SekII. Hier endet die Schulstraße vorläufig, Anschlüsse an bestehende Straßen wären erfreulich, sind aber nicht notwendig. Immer wieder werden Bezüge aufgespannt: von der Primaria und Sekundaria nach außen, zum Herz, von der Primaria und vor allem der Sekundaria zum Naturwissenschafts/-Technikbereich, der Teambereiche der einzelnen Schulstufen zueinander. Die Ordnung findet sich in vielen Details: Bodenwechsel mit unterschiedlichem Fliesenbelag zeigen niederschwellig Bereiche an.