Resselpark

Resselpark

Resselpark

Resselpark

Jahr2025
KundeFamilie Trattner
Grösse480 m²
OrtVienna
ProjektteamAnna Popelka, Georg Poduschka, Paul Fürst, Jessica Klabunde, Billie Murphy, Stefan Pall, Philipp Stützner
BeschreibungEin Gasthaus auf heiligem Boden, am Wiener Karlsplatz, einen Steinwurf von der Karlskirche entfernt

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Das Café Restaurant Resselpark bildet seit 1958 einen fixen Bestandteil der gastronomischen Landschaft des Karlsplatzes. Aufgrund der fehlenden Barrierefreiheit und der immer maroder werdenden Bausubstanz, sah die Pächterin, Familie Trattner, zunehmend Handlungsbedarf. Um eine räumlich adäquate Lösung zu erlangen, erwies sich ein Neubau als zielführend.

Nach außen wirkt der Baukörper wie eine Ansammlung von vielen kleinen, dem Publikum zugewandten Häusern. So wird umgehend ein gastlicher / menschlicher Maßstab erreicht. Jedem und jeder sein / ihr Haus zum Essen. Am Abend verwandeln sie das Ganze in eine überdimensionale Nachttischlampe

Außen nimmt sich ein unprätentiöser Anzug aus grauen Fassadenplatten entgegen der Geometrie zurück.
Oben im ersten Stock, hinter den Dächern, gibt es noch eine verborgene Terrasse. Von hier ermöglichen sich schöne Blicke in den Park. Rundum angeordnete Bänke direkt am Haus, unter den ausladenden Sonnenschutzdächern, sorgen für Belebung. Diese sind nicht zuletzt ein Element der Anpassung an den Klimawandel.

Konsequenter Baumerhalt bestimmt die Form des Hauses mit. Es gibt keine Rückseite mehr, alles ist Vorderseite und kann in Zukunft mit Angeboten für verschiedene NutzerInnengruppen bespielt werden.

Die Schiebefenster in jeder Nische schauen systemimmanent immer in eine andere, neue Richtung. Sie unterstützen die Kommunikation nach außen und schaffen, wie die Ausgänge, von denen es mehrere in alle Richtungen gibt, Transparenz und Durchlässigkeit.

Die vielfache Durchwegung wurde reaktiviert, der denkmalgeschützte Tilgner-Brunnen integriert, der Boden entsiegelt und vereinheitlicht. Der Schanigarten geht jetzt nahtlos in die allgemeine Fläche über.

Geplant war eine, sich an der Geometrie orientierende Fugenteilung, die allerdings nicht umgesetzt wurde. Viele Elemente wie die Hebefenster (Konzept Vogelhaus), der Boden innen wie außen, die Beleuchtung, die Außenbänke, die lose Möblierung, die WC-Bereiche und das Farbkonzept wurden anders als gedacht oder nicht entwurfsgemäß realisiert.

Das Lokal wird über die umlaufende Bank zugfrei mit Frischluft versorgt.

Der stützenfreie Gastraum ist je nach Anforderung flexibel für große und kleine Gruppen bespielbar. Gute Akustik erlaubt das Nebeneinander von verschiedenen Aktivitäten. Die gastliche Atmosphäre im Innern wird durch die Konstruktion und Verkleidung aus Weißtanne (CLT) unterstützt

Im Innern entpuppen sich die kleinen Hausfragmente als definierte, jeweils um Tische organisierte Nischen, die sich rund um den stützenfreien Gastraum entlang einer durchlaufenden Sitzbank anordnen. Ihre Örtlichkeit wird durch aufgeklappte Dächer betont.

Photos: © Hertha Hurnaus