2014

Bildungscampus Sonnwendviertel

Bildungscampus Sonnwendviertel

Bildungscampus Sonnwendviertel

Bildungscampus Sonnwendviertel

Projektart2-stufiger Wettbewerb, 1. Preis
KundeStadt Wien
Grösse12.960 m²
OrtWien
ProjektteamAnna Popelka, Georg Poduschka, Ali Seghatoleslami, Lilli Pschill, Klaus Moldan, Paul Fürst, Roland Basista, Veronika Bienert, Stefan Dobnig, Andreas Hradil, Katrin Lehner, Anna Lafite, Philipp Müllner, Nadja Rechsteiner, Philipp Rudigier, Carl Schläffer, Felix Zankel, Anna Zottl
Ein innovatives Bildungskonzept wird zum erklärten Programm des Wettbewerbs der Stadt Wien. Mit dem Bildungscampus Sonnwendviertel können PPAG Pionierarbeit leisten und eine zeitgemäße sowie moderne Pädagogik des Freien Lernens, gemeinsamen Projektunterrichtes und spezifischer, individueller Forderung und Förderung in einem architektonischen Konzept realisieren; eine städtische Bildungseinrichtung für 0-14-Jährige.

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Hertha Hurnaus

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Hertha Hurnaus
Hertha Hurnaus

Der 3. Pädagoge

Der Bildungscampus Hauptbahnhof, bestehend aus Kindergarten, Volksschule und Hauptschule/neuer Mittelschule, basiert auf einem innovativen Bildungskonzept der Stadt Wien. Es war das erklärte Programm des Wettbewerbs, die geeignete Lernumgebung für den heutigen Schulalltag räumlich zu definieren. Die organisatorische Grundeinheit bilden sogenannte Cluster, Einheiten aus jeweils vier Klassen, Projektraum und Teamraum für die LehrerInnen. Ein gemeinsamer Bereich vor den Klassen, der sogenannte Marktplatz, wird übergreifend benutzt. Die einzelnen Bildungseinrichtungen bestehen aus je vier dieser Cluster.

Die exakte räumliche Übersetzung dieses organisatorischen Prinzips führte zu einer baumartigen Verzweigung der einzelnen Bildungseinrichtungen über das Grundstück. Ihren Ursprung hat die Verzweigung in einer synergetisch genutzten Mitte mit Funktionen wie Speisesaal, Gymnastiksaal, Dreifachsporthalle, Mehrzwecksaal und Spezialunterrichtsräumen. Abgesehen von dieser Mitte ist die Schule durchgehend zweigeschoßig angelegt. In den übereinander liegenden Clustern sind die Klassen immer um ein Feld versetzt und erzeugen auf diese Weise im EG und OG teils überdeckte Freiklassen. Innen- und Außenraum verzahnen sich miteinander; alles wird zur pädagogischen Fläche. Die so ermöglichten vielfältigen Orte der Begegnung fördern das altersübergreifende Lernen der Kinder voneinander. Die einzelnen Teile der Schule ähneln sich, sind aber nie gleich strukturiert und angeordnet; keine Klasse gleicht der andern; die SchülerInnen lernen, sich wie in einer Stadt zu orientieren. Spezielle Codes, ähnlich denen der schottischen Clans, markieren die einzelne Gruppe innerhalb der Gesamtheit. Die Abgrenzung der Klassen zueinander wird zugunsten subtiler und veränderbarer Übergänge aufgelöst, die Grenzen werden verhandelt, Selbstständigkeit durch Wahlmöglichkeit erlernt. Die Klassen haben alle direkt zugeordnete Kleinräume für ruhiges und aktives Lernen und Spielen.

Von den stadträumlichen Überlegungen bis hin zu den speziell angefertigten Tischen, die in Abkehr von den Zweier-Tischen ein Lernen in Gruppen ermöglichen, wird alles als Ansatzmöglichkeit begriffen.

Morphologisch erinnert das Ergebnis nicht von ungefähr an Modelle aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, deren Hintergrund schon damals eine freie, auf der Individualität des Einzelnen aufbauende Pädagogik war. Heute ist diese Pädagogik state of the art; sie muss sich nur allzu oft noch in dafür ungeeignete Räume zwängen.

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Offener Bereich: In Form einer Terrasse am Dach sowie als überdachter Freiraum.

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Bildungsräume: alle ähnlich aber keiner gleich

Hertha Hurnaus
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Hertha Hurnaus
Hertha Hurnaus
Hertha Hurnaus
Hertha Hurnaus
Hertha Hurnaus
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Im Prinzip einfach, angewandt jedoch an keiner Stelle gleich:
Ein Cluster besteht programmatisch aus 4 Klassen. Immer je 2 Cluster liegen geschossweise übereinander. Die Klassen rücken von einem zum nächsten Geschoss im Grundriss jeweils um ein Feld weiter. Dadurch ergeben sich den Klassen zugeordnete Freiklassen, die unten überdeckt, oben Terrassen sind. Die Projekträume und die Teamräume der Lehrer (schwarz) liegen unverschoben übereinander.

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Im Sommer wird der Campus als kleine Stadt erfahrbar

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Brandschutzkonzept
Aufgrund der guten Fluchtbedingungen für alle Klassen direkt nach draußen kann der Marktplatz im Innern voll genutzt werden. Gangflächen sind auf ein Minimum reduziert.

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Hertha Hurnaus
Hertha Hurnaus